Stationärer Speicher im Gewerbepark Avantis - Traktionsbatterien eines Audi e-tron erhalten ein „zweites Leben“

Kooperation zwischen dem PEM Netzwerk, der ConAC GmbH und der Audi AG: In einem Pilotprojekt planen die Projektpartner die Errichtung eines stationären Speichers mit gealterten Traktionsbatterien des Audi e-Tron auf dem Kompetenzzentrum für nachhaltige Mobilität im deutsch-niederländischen Gewerbegebiet AVANTIS. Ziel ist es, den Lebenszyklus der aufwendig hergestellten Lithium-Ionen-Batterien im sogenannten Second-Life zu verlängern,

erneuerbare Energien zu speichern und das nachhaltige Laden von Elektrofahrzeugen auf dem Gelände sicherzustellen.

 

Geplant sind außerdem Alterungsstudien mit Echtzeit-daten, um wertvolle Erfahrungen für einen optimalen Betrieb mit Second-Life Batterien zu sammeln. Somit soll das Potenzial der Symbiose aus emissionsarmer Energiebereitstellung und Mobilität in der Praxis aktiv erprobt und für zukünftige Anwendungen validiert werden. So wird das innovative Speicherkonzept mit der Expertise aus Forschung und Industrie kombiniert.

Mit der Umsetzung des Speichers entwickelt sich das Kompetenzzentrum einen Schritt weiter, hin zum Humanotop-Ansatz eines nachhaltigen Modellgewerbeparks des Vereins „Ingenieure retten die Erde e.V.“ von Prof. Dr. Achim Kampker.

Elektromobilitätswende und Kreislaufwirtschaft vereinen

Immer wieder steht die Elektromobilität insbesondere in Bezug auf die aufwändige Herstellung der Traktionsbatterie in der Diskussion. Aufgrund des hohen Energie- und Ressourcenbedarfs nimmt sie eine entscheidende Rolle in der Ökobilanz eines Elektrofahrzeugs ein. Sinkt die Batteriekapazität unter etwa 80 %, ist der Einsatz im Elektrofahrzeug in der Regel nicht mehr sinnvoll.

Obwohl der größte Teil des Batteriesystems noch in einem guten Zustand ist, findet gewöhnlicherweise anschließend eine Entsorgung statt. Noch intakte Komponenten gehen verloren. Die Weiterverwendung im Rahmen der Kreislaufwirtschaft bietet die Lösung für eine nachhaltige Mobilität bei effizienter Ressourcennutzung. Das Pilotprojekt knüpft hieran an.

Auslegung und Betrieb – modular und nachhaltig

Das Innovative an diesem Projekt: Die gesamte Konzeptionierung ist auf ein in technischer Hinsicht standardisierten und flexiblen Aufbaus ausgelegt. Es soll gezeigt werden, dass eine beliebige Skalierbarkeit bei möglichst geringer Komplexität umsetzbar ist, um eine flexible Anwendung auch an anderen Standorten und Anwendungen zu realisieren.

Während stationäre Speicher bisher spezifische Anforderungen eines einzigen Einsatzzwecks erfüllen und für Wartungszwecke abgeschaltet werden müssen, ist im neuen Speicher am Kompetenzzentrum der Austausch von Systemkomponenten beispielsweise auch während des Betriebs möglich.

Im Gegensatz zu anderen Projekten werden die gealterten Traktionsbatterien direkt, also ohne Demontage, in den Speicher eingebaut. Die Erfassung von Echtzeitdaten soll hier nicht nur einen hohen Sicherheitsstandard garantieren, die Daten werden anschließend für Prognosen über Lebensdauer und Alterung ausgewertet, um unter anderem Rückschlüsse auf optimale Betriebsbedingungen zu ziehen.

Durch begleitende Bewertungsstudien soll das Speicherkonzept und Geschäftsmodell analysiert und in erster Linie hinsichtlich Systemökonomie und Systemökologie optimiert werden.

 

Energiewende unterstützen

Der Ausbau erneuerbarer Energien führt zu erhöhten Schwankungen in der Stromproduktion. Um überschüssige Energie aus Sonne oder Wind zu speichern und für Zeiten mit geringerem Angebot bereitzustellen, werden u.a. stationäre, dezentrale Batteriespeicher benötigt. Die hier zwischengespeicherte Energie kann entweder zur Deckung des Eigenstrombedarfs oder zur Einspeisung in das öffentliche Netz genutzt werden. So bieten die stationären Speicher neben ökologischen Gründen auch eine wirtschaftlich attraktive Alternative zum reinen Strombezug aus dem Stromnetz – beispielsweise durch die Reduktion von Netzanschlussgebühren.

 

Zusammenfassend werden folgende Ziele verfolgt:

 

 

Ansprechpartner

Projektleitung: ConAC GmbH (Fabian Schmitt), PEM Motion GmbH (Dr. Sarah Fluchs)

In Kooperation mit: Audi AG (Alexander Kupfer)

 

 

Bild1.png